Sonstige Informationen
Weiterführende Informationen zu Psychotherapie, Störungsbildern und Patientenrechten.
Was ist ein/e Psychologische/r Psychotherapeut/in?
Psychologische Psychotherapeut:innen sind approbierte Heilberufler:innen mit einem abgeschlossenen Psychologiestudium und einer mehrjährigen psychotherapeutischen Zusatzausbildung. Sie sind staatlich zur Krankenbehandlung psychischer Erkrankungen zugelassen und arbeiten in einem Richtlinienverfahren wie der Verhaltenstherapie. Im Unterschied zu ärztlichen Psychotherapeut:innen oder Psychiater:innen dürfen sie keine Medikamente verschreiben.
Was ist Verhaltenstherapie?
Die Verhaltenstherapie geht davon aus, dass belastende Verhaltensweisen, Gefühle und Denkmuster im Laufe des Lebens erlernt wurden — und daher auch wieder verändert werden können. In der Therapie werden gemeinsam konkrete Ziele formuliert und mit verschiedenen Techniken, z. B. Verhaltensexperimenten oder Übungen im Alltag, neue Reaktionsmöglichkeiten entwickelt. Sie zählt zu den von den gesetzlichen Krankenkassen anerkannten Richtlinienverfahren.
Was ist Kognitive Therapie?
Die Kognitive Therapie ist ein Bestandteil der modernen Verhaltenstherapie und richtet ihren Fokus auf das Denken: Welche automatischen Gedanken, Bewertungen und inneren Überzeugungen verstärken belastende Gefühle? Solche Muster werden gemeinsam mit der Therapeutin oder dem Therapeuten erkannt, geprüft und schrittweise verändert. Häufig wird sie mit verhaltensorientierten Übungen verbunden — man spricht dann von Kognitiver Verhaltenstherapie.
Wie läuft eine psychotherapeutische Behandlung ab?
Am Anfang steht die psychotherapeutische Sprechstunde, in der die aktuelle Belastung geklärt und ein erster Eindruck gewonnen wird. Anschließend folgen in der Regel mehrere probatorische Sitzungen, in denen Therapeut:in und Patient:in prüfen, ob die Zusammenarbeit für beide passt. Bei Eignung wird ein Antrag bei der Krankenkasse gestellt und die eigentliche Therapie beginnt — meist als wöchentliche Einzelsitzungen über mehrere Monate.
Welche allgemeinen Rechte hat ein Patient?
Als Patient:in haben Sie unter anderem ein Recht auf Aufklärung über das Vorgehen, Einsicht in Ihre Behandlungsunterlagen, freie Wahl der Therapeutin oder des Therapeuten sowie auf umfassende Schweigepflicht. Die psychotherapeutische Schweigepflicht ist gesetzlich besonders geschützt und darf nur in eng definierten Ausnahmefällen durchbrochen werden. Detaillierte Informationen stellt die Psychotherapeutenkammer Hamburg bereit.
Welche psychischen Störungen gibt es?
Psychische Erkrankungen umfassen ein breites Spektrum — von depressiven Erkrankungen über Angst- und Panikstörungen, posttraumatische Belastungsstörungen, Zwangsstörungen, somatoforme Beschwerden bis hin zu Persönlichkeitsstörungen. Die Diagnose erfolgt anhand internationaler Klassifikationssysteme (ICD-11). Welche Erkrankung im Einzelfall vorliegt — und ob überhaupt eine Behandlung erforderlich ist — lässt sich nur in einem persönlichen Gespräch klären.
Wodurch sind depressive Störungen gekennzeichnet?
Eine depressive Episode zeigt sich typischerweise durch anhaltend gedrückte Stimmung, Interessen- und Freudlosigkeit sowie verminderten Antrieb über mindestens zwei Wochen. Häufig kommen Schlafstörungen, Appetit- und Konzentrationsprobleme, ein Gefühl von Wertlosigkeit oder Schuld hinzu. Die Ausprägung kann von leicht bis sehr schwer reichen — psychotherapeutische Behandlung ist in allen Schweregraden möglich und wirksam erforscht.
Was sind Angststörungen?
Bei Angststörungen tritt Angst in einem Ausmaß, einer Häufigkeit oder Situation auf, die nicht mehr zur tatsächlichen Bedrohung passt und das Alltagsleben deutlich einschränkt. Unterschieden werden u. a. die generalisierte Angststörung, die soziale Phobie, spezifische Phobien und Panikstörungen. Die Verhaltenstherapie verfügt über eine Reihe gut untersuchter Methoden zur Bearbeitung von Angsterkrankungen.
Was sind Anpassungsstörungen?
Anpassungsstörungen entstehen als Reaktion auf belastende Lebensereignisse oder Veränderungen — etwa Trennung, Verlust, Krankheit oder beruflicher Umbruch. Charakteristisch sind depressive Verstimmung, Ängste oder das Gefühl, mit der Situation nicht zurechtzukommen, ohne dass die Vollkriterien einer Depression oder Angststörung erfüllt sind. Eine kurze, fokussierte Psychotherapie hilft häufig, neue Bewältigungswege zu finden.
Was ist eine posttraumatische Belastungsstörung?
Eine posttraumatische Belastungsstörung (PTBS) kann nach dem Erleben oder Beobachten eines außergewöhnlich bedrohlichen Ereignisses auftreten. Typische Symptome sind ungewolltes Wiedererleben (Flashbacks, Albträume), Vermeidung von Erinnerungen, ein erhöhtes Erregungsniveau sowie negative Veränderungen in Stimmung und Denken. Spezialisierte Verfahren wie die Psychotraumatherapie (DeGPT) bieten erprobte Behandlungsmöglichkeiten.
Was sind somatoforme Störungen?
Bei somatoformen Störungen stehen anhaltende körperliche Beschwerden — z. B. Schmerzen, Magen-Darm-Symptome, Schwindel — im Vordergrund, ohne dass sich diese ausreichend durch eine organische Ursache erklären lassen. Die Beschwerden sind real und belastend, der psychische Anteil entsteht häufig im Zusammenspiel von Stress, Lebenssituation und körperlicher Wahrnehmung. Eine Psychotherapie kann helfen, den Umgang mit den Symptomen und die Lebensqualität zu verbessern.
Was ist eine ängstlich vermeidende Persönlichkeitsstörung?
Menschen mit einer ängstlich-vermeidenden Persönlichkeitsstörung erleben sich oft als unzulänglich, fürchten Kritik und Ablehnung und meiden deshalb berufliche oder soziale Situationen, in denen sie negativ bewertet werden könnten. Der innere Wunsch nach Nähe und Anerkennung bleibt dabei meist bestehen — was den Leidensdruck erhöht. Psychotherapeutisch lassen sich Selbstbild, soziale Fertigkeiten und der Umgang mit Bewertungsängsten gezielt bearbeiten.
Was ist eine abhängige Persönlichkeitsstörung?
Bei einer abhängigen Persönlichkeitsstörung steht ein ausgeprägtes Bedürfnis nach Versorgung und Geborgenheit durch andere im Vordergrund. Betroffene erleben Schwierigkeiten, eigenständige Entscheidungen zu treffen oder Verantwortung in eigenen Lebensbereichen zu übernehmen, und befürchten häufig, von wichtigen Bezugspersonen verlassen zu werden. Therapeutische Arbeit unterstützt darin, eigene Wünsche, Grenzen und Handlungsfähigkeit zu stärken.
Die folgenden Erklärungen sind allgemeine Informationen und ersetzen keine fachliche Diagnose. Bei anhaltenden Beschwerden wenden Sie sich bitte an eine qualifizierte Psychotherapeutin oder einen qualifizierten Psychotherapeuten — gern auch an meine Praxis.